Sächsische Zeitung vom 28.05.02
Unter der Überschrift:Begeisternde Suche nach der verlorenen Melodie" schreibt Friedbert Streller:
"Dass neue Werke sofort begeistert aufgenommen werden, ist selten. ... Wie bei anderen Orchester-werken hatte auch dieses eine mottohafte Überschrift: "Die Sehnsucht nach der verlorenen Melodie". Ob mit oder ohne Titel - es entstand einfach ein Klang stück von fast halbstündiger Dauer, das mit prägnant klarer Gestik der Idee nachging, klanggewaltigen, aggressiven Ausbrüchen des Orchesters zarte melodische Gebilde gegenüberzustellen, die sich mehr und mehr auszubreiten vermögen. Wie Orpheus den Furien widersteht, so hier die Pianistin den Klangkonvulsionen des Orchesters. Den Walzern nahe Klavierpassagen auf der einen, Strawinskys "Sacre du printemps" nahe Orchesterkaskaden auf der anderen Seite attakieren die melodischen Ansätze, die vom Klavier aus sich allmählich auch auf andere Instrumente im Orchester ausbreiten. Die Pianistin, die sich teils im Sinne einer konzertanten Sinfonie einordnet, sich teils virtuos heraushebt, in einer Kadenz sich freispielt, markierte mit Ausdrucksflexibilität die Suche, ja das Finden von Melodie. Aber jäh reißt ein Aufschrei der Bläser die Entwicklung ab. Noch ist ein solcher Prozess nicht zu Ende." " |