Neue Töne aus Phantasien
Zum 70.Geburtstag beschenkt sich Siegfried Matthus mit der Uraufführung der „Unendlichen Geschichte“ (Klaus Geitel)

Das weiß jeder: die schönsten Geburtstags-geschenke macht man noch immer sich selbst. Das war natürlich auch Siegfried Matthus bekannt, der heute seinen 70.Geburtstag feiert. Die herzlichsten Glückwünsche sind ihm sicher. Gleichzeitig aber bescherte er auch seinen Gratulanten reichlich Freuden: in Weimar (und gleichzeitig in Trier)ließ er seine neueste Oper
aus der Taufe heben: die „Unendliche Geschichte“ nach dem fantastisch hinfabulierten Roman von Michael Ende. „Ende gut, alles gut“ ist man versucht ,,kalauernd zu sagen. Oder anders gewendet: man kann gar nicht alt genug werden, um so jung zu sein, wie Matthus sich in seiner Oper auf die natürlichste Weise gibt.....Das Auge wird zum Grasen auf die große Weide der Fantasie geschickt. Man ertappt sich gelegentlich dabei, bei der Fülle der optischen Reize beinahe die der Musik zu überhören. Das freilich wäre ein nicht wieder gut zu machender Fehler. Matthus haut nicht auf die Pauke. Er flüstert seine Verwunderung an den Unglaublichkeiten des Geschehens lieber hin. Er setzt auf die nachdrücklichen Wirkungen des Leise-Gesagten. Nur wenn gleichzeitig vier Stürme aus allen Himmelsrichtungen losbrechen, kann auch Jac van Steen mit seinem Orchester aufdrehen. Sonst aber herrscht stimmenfreundliche Dezenz. Die Sänger haben den Nutzen davon.....
Das Weimarer Ensemble wirft sich mit Lust und Laune ins bunte Geschehen.....Es gibt viel zu bewundern, viel zu bedenken und viel zu bedanken an diesem Abend der aufrüttelnden Fantasie......

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